Die Schornkapelle

Die Legende der Schornkapelle:
SchornkapelleDie Wallfahrtskirche „auf Schorren“, kurz Schornkapelle genannt, war eine Stiftung der Familie Schorn.
Die Legende erzählt:

In frühen Zeiten waren die Verkehrswege von Dorf zu Dorf sehr schlecht. Um von Insul nach Schuld zu kommen, musste man mehrmals die Ahr durchfahren.
Einmal, zur späten Abendstunde, befand sich ein Bauer aus Schuld, der in der Mühle zu Dümpelfeld sein Korn hatte mahlen lassen, mit schwerer Last auf der Heimfahrt. Hinter Insul, wo die Ahr gegen die Felsen braust, wollte er seinen Weg durch das Wasser nehmen. Hundertmal war er diesen Weg schon gefahren, und so trieb er sein Pferd an, den Wagen durch die Wasserflut zu ziehen.
Am späten Abend hatte es stark geregnet; deshalb hatte die Ahr Hochwasser und das Fuhrwerk gerieten in starke Strömung, so dass Pferd, Wagen und der Fuhrmann in einen reißenden Strudel gerieten und das Ende für sie gekommen schien.
Den Tod vor Augen, rief der Mann die Jungfrau Maria um Hilfe an. Er versprach, auf dem gegenüberliegenden Berg eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes bauen zu lassen, wenn er gerettet würde. Da kam der Mond zwischen den Wolken hervor und in seinem Licht fand der Bauer den Weg aus den Fluten.
Er hielt sein Versprechen. Ein Kapellchen wurde erbaut, das im laufe der Jahre durch eine schöne große Kapelle ersetzt wurde. Nach ihrem Stifter wurde sie Schornkapelle genannt.

Zur Geschichte der Schornkapelle:
Die Schornkapelle muss schon vor 1700 erbaut worden sein, denn 1719 ist sie bereits zum erstenmal restauriert worden. In einer Urkunde ist festgehalten, dass der Pastor 1719 in Köln anfragt, ob er an den Feiertagen und den Festen des hl. Kreuzes dort eine hl. Messe zu Ehren des hl. Kreuzes feiern dürfte.

1839 berichtet der Pastor nach Trier, dass „dieses Oratorium“ auf Pastoralgut liege und viele Gläubige besonders am Sonntagnachmittag dorthin pilgern.

1857 bittet der Pfarrer erneut um Zelebrationsvollmacht in der Schornkapelle. Auch berichtet er, dass er am Karfreitag mit den Pfarrkindern eine Prozession dorthin veranstalte und dabei an den sieben Stationsbildern Gebete verrichte.

1875 beginnt man mit Sammlungen für einen Neubau, der 1879 ausgeführt wurde. 1942 erhielt die Kapelle zwei Stahlglocken.

In der Mittelnische das Altares stand eine Pieta aus dem 17. Jahrhundert.

1969 wurde die Kapelle innen völlig restauriert. Sie erhielt einen neuen Anstrich, einen neuen Fußbodenbelag und elektrisches Licht.

Im November 1972 wurde die Pieta gestohlen. 1973 schnitzte der Bildhauer Georg Gehring aus Adenau anhand von Fotografien eine neue Pieta, die der alten nachgebildet ist. Sie ist – wie die alte – aus Eichenholz.
Im Jahre 1976 wurde der Prozessionsweg ausgebaut und als Siebenschmerzen-Weg ausgestaltet. In sieben Stationen werden die sieben Schmerzen Mariens dargestellt. Um die Kapelle wurden Sitzbänke angeordnet. Die Kapelle erhielt eine neue Dacheindeckung. 1994 wurde die Kapelle restauriert. Innen und außen erhielt sie einen neuen Anstrich. Der Altar wurde gestrichen und erhielt eine Auflage aus Blattgold.

(aus „Wallfahrt zur Mutter der Schmerzen; Hg. Gerold Rosenthal, Kath. Pfarramt Schuld, 1998 (Weiteres über die Schornkapelle in „DIE PFARREI SCHULD“ / Chronik und Festschrift Feb. 1974)